Existenzgründung
Existenzgründung in Deutschland
Obwohl viele Deutsche davon träumen, sich selbstständig zu machen, setzt nur ein geringer Teil von ihnen diesen Wunsch auch in die Tat um.
Mit einer Selbstständigenquote von ca. 9% ist Deutschland nach wie vor eines der europäischen Schlusslichter.
Die entscheidenden Gründe, welche die Menschen in Deutschland von einer Existenzgründung abhalten, dürften das relativ hohe Risiko und die Angst vor dem Scheitern sein.
Selbstständigkeit ist vor allem in der Anfangsphase mit einem hohen zeitlichen und materiellen Aufwand sowie oft auch erheblichem Stress verbunden. Es gibt kein festes monatliches Gehalt und alle persönlichen Risiken, wie zum Beispiel Krankheit, müssen selbst getragen werden.
Die Personen, die schließlich ihren Traum von der Selbstständigkeit verwirklichen, haben sehr unterschiedliche Motive dafür. In erster Linie dürften es der Wunsch nach Unabhängigkeit sein. Wer selbstständig ist, kann eigene Ideen in einem viel stärkerem Maße verwirklichen, als dies bei Angestellten der Fall ist.
Gerade in der heutigen Zeit spielt auch die Existenzgründung als Alternative zur Arbeitslosigkeit eine große Rolle. Viele Arbeitnehmer, die in ihrem erlernten Beruf keine oder nur geringe Aussichten auf eine Festanstelllung haben, denken daran, sich selbstständig zu machen. Dieser Personenkreis wird in seinem Vorhaben auch von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt. Für 15 Monate kann ein Existenzgründungszuschuss gezahlt werden, der in der Anfangsphase den Lebensunterhalt sichern soll. Voraussetzung dafür ist, dass eine fachkundige Stelle, wie zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer, die Tragfähigkeit der Existenzgründung bescheinigt. Wer bereits Arbeitslosengeld II bezieht, kann mit Einstiegsgeld gefördert werden.
Motive
- Selbständigkeit
- Höheres Einkommen
- Ehrgeiz was “eigenes” aufzubauen
- Besseres Ansehen in der Öffentlichkeit
- Fördermittel als Anstoß
- Eigene Ideen in die Realität umsetzen
Risiken
- Kein geregeltes Einkommen
- Unsicherheit
- Weniger Freizeit
- Hohe Stressbelastung
- Keine geregelter Arbeitsablauf
- Arbeitsausfall
Was sollte ein Gründer für Eigenschaften besitzen?
Bevor die Entscheidung gefällt wird, ob man den Schritt der Selbständigkeit wagt oder nicht, sollte erstmal eine Selbstreflektion durchgeführt werden. D.h. Bin ich überhaupt motiviert genug?, Möchte ich das Risiko eingehen?, Habe ich Führungskompetenzen?, Wie steht es um meine Kommunikationsfähigkeiten?, Verfüge ich über genug Kapital um mich die erste Zeit über Wasser zu halten? etc.
Gründung im Team
Gleichzeit kommt sollte man sich die Frage stellen, ob die Gründung allein oder im Team stattfinden soll. Für die Gründung im Team spricht, dass sich vorhandene Kompetenzen ergänzen können, größere Arbeitskapazität, Streuung des Risikos, höheres Kapital, Beratungsmöglichkeit und gegenseitige Motivation. Auf der anderen Seite kann es im Team zu Abstimmungsschwierigkeiten kommen, die Erträge müssen geteilt werden und es kann zu Konflikten kommen.
Folgende Punkten können helfen den Nachteilen möglichst entgegenzuwirken:
- Unstimmigkeiten ausdiskutieren
- Gemeinsame Ziele definieren
- Aufgabenbereiche festlegen
Die besprochenen Punkte sollte dann natürlich schriftlich in einem Grundvertrag festgehalten werden.